Pendlerhandschuh für die einstelligen Plusgrade.
VORTEILE
- Neon und Reflektorapplikationen
- Gut wasserabweisend
- Windabweisend
- Hochgezogener Bund
NACHTEILE
- Gummierung an den Fingerspitzen löst sich
- Anfangs rutschiges Innenleben
BEWERTUNG
Als Outside-Stories Produktscout bekam ich die Chrome Industries Midweight Cycling Gloves 2.0 zum Testen zur Verfügung gestellt. Diese Handschuhe sollen als Übergang in die kalte Jahreszeit einen verlässlichen Schutz gegen Nässe und Kälte für Pendler bieten. Chrome Industries weist ausdrücklich darauf hin, dass nicht der sportliche Einsatz ihre Zielgruppe widerspiegelt.
Ich konnte zwischen den beiden Farben „Neon Yellow Reflective“ und „Black“ wählen, sowie zwischen den vier Größen „SM“, „MD“, „LG" und „XL“.

In der Vergangenheit durfte ich bereits andere Kleidung von Chrome Industries testen und hatte diese in Schwarz gewählt. Davon weiß ich, dass die reflektierenden Details wirklich sehr gut reflektieren. Allerdings ist mir gerade im täglichen Pendelverkehr wichtig, möglichst gut gesehen zu werden, weswegen ich gerne hier noch einmal etwas oben draufsetzen wollte und die Neonversion wählte.


Beworben wird der Handschuh damit, dass er leicht gefüttert, wasserdicht und Touchscreen-kompatibel ist. Bei der ersten Anprobe bei Ankunft stellte ich bereits fest, dass die Zeit für den Test noch nicht reif war, denn die Außentemperaturen waren selbst in den frühen Morgenstunden noch deutlich 2-stellig im Plus.
Dafür sind die Handschuhe einfach zu warm. Angenehm zu tragen wurden sie für mich ab ca. 8 Grad Celsius und kälter. In meinem Testzeitraum war die kälteste Testtemperatur ca. 3 Grad Celsius. In diesem Bereich funktionieren sie sehr gut, auch etwas kältere Temperaturen, bis an den Gefrierpunkt sollten sie für mich gut meistern. Dazu muss ich sagen, dass ich eher später zu frieren beginne. Hier ist es schwer, eine generelle Aussage zu tätigen, da es doch auch an den persönlichen Empfindungen von Wärme und Kälte liegt.

Regen durften sie zumindest in mäßiger Form im Testzeitraum auch mitmachen und konnten punkten. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, nasse Finger zu bekommen. Größtenteils perlt das Wasser einfach ab.
Was mich bereits zu Beginn etwas störte und erst mit der Zeit etwas besser, wenn auch nicht perfekt wurde, war der Sitz der Handschuhe. Generell ist die Passform gut und die Handschuhe schließen am Handgelenk mit einem flexiblen Bund gut ab, aber das Futter ist sehr „rutschig“. Es fühlt sich auf der Hand sehr glatt an, sodass ich anfangs trotz gutem Grip außen, im Inneren mit der Hand leicht verrutschte und somit der Kraftaufwand für einen sicheren Griff einfach nochmals erhöht wurde. Es liegt vermutlich an dem Microfleece-ähnlichen Innenfutter. Das Futter wiederum macht seinen Job gut, die Hände bleiben angenehm warm und neigen wiederum bei entsprechender Temperatur nicht zum Überhitzen. Wind wird durch die Außenhaut gut geblockt.
Die Kompatibilität mit Touchscreens empfinde ich als angenehm, da ich auch beruflich teilweise in der Arbeitszeit mit dem Fahrrad pendle und somit auch schnell bei Bedarf ans Handy gehen kann. Lange Nachrichten kann man mit den Handschuhen nicht tippen, dafür sind sie nicht filigran genug. Für die Entgegennahme eines Anrufs aber reicht es beispielsweise.
Leider löste sich im Testzeitraum bereits ein Teil der Gummierung an den Fingerspitzen, da diese Gummierung recht fein ist. Einerseits hilft sie für etwas mehr Grip in den Fingerspitzen, aber fürs Fahren finde ich sie nicht wirklich notwendig und damit ist der schnelle Abrieb für mich hinnehmbar gewesen.



Was die Sicherheit und Sichtbarkeit angeht, finde ich die Handschuhe sehr gut. Aus optischen Gründen wurde zwar noch ein Teil schwarz belassen, diesen hätte man für eine erhöhte Sichtbarkeit auch noch Neongelb färben können, aber prinzipiell geht der Handschuh mit seinem gestreiften Design und den aufgebrachten Reflektionsstreifen in eine gute Richtung. Leider sind genau die Bremsfinger nicht reflektierend. Also sowohl an einem normalen Lenker, wie auch an einem Renn-/Gravellenker liegen ja Zeige- und Mittelfinger meist auf der Bremse und so quasi ganz vorne. Diese beiden Finger sind schwarz und reflektieren nicht.
Fazit:
Ein guter Pendlerhandschuh für den Herbst und lauen Winter. Die reflektierende und auffällige Farbe dürfte gerne auf der gesamten Oberseite sein, aber das ist nachher auch ein Optikthema. Wasserdichtigkeit und Wärmeisolation sind für den Einsatzzweck sehr gut. Einzige richtige Kritik bleibt das anfangs sehr rutschige Innenfutter, daher ein Punkt Abzug.